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Berufsverbot?
"Sie
können keine Ausbildung zum Grafiker machen, sie sind
farbenblind."
Vom Standpunkt eines Beraters der Agentur für Arbeit aus
betrachtet mag das vernünftig klingen. Doch auch mein PC ist
farbenblind. Ich habe trotz meiner Behinderung gelernt Farben sinnvoll
zu nutzen, meine Pflanzen sind an den richtigen Stellen grün.
Es ist nicht leicht zu erklären, warum ich den Beruf des
Grafikers
erlernen wollte. Schon als Kind habe ich gerne und viel gezeichnet,
Karten kopiert und Labyrinthe entworfen.
Meine Schulbücher und
Hefte waren an den Rändern übersäht mit
kleinen
Zeichnungen. Vollgekritzelt nannten das Eltern und Lehrer und kein Lob
war damit zu ernten. Doch die Kritzeleien waren die einzige
Möglichkeit die Zeit in der Schule mit etwas erfreulichem zu
füllen. Nur die Fächer Geometrie und Kunst waren
für mich interessant, alles andere nur verlorene Zeit.
Muss
Schule langweilig sein?
Wahrscheinlich
würde auch eine Arbeit als Grafiker mich nicht zufrieden
stellen. Wenn die Kreativität für
Gewinnmaximierung und Vermarktungsmöglichkeiten genutzt werden
muss stirbt sie. Die Musen können nicht in Ketten
küssen.
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Ich
habe Spass daran einhundert Texturen für meine
Labyrinthe zu entwerfen oder mit einer Tuschefeder romantisches
Briefpapier zu zeichnen. Der Entwurf eines Labyrinths, die Konstruktion
einer Lampe aus Sperrmüll und Computerschrott oder das
Nähen eines neuen Gewandes sind für mich keine
Arbeit. Ich arbeite nicht, ich schaffe.
Viele meiner Schöpfungen sind sinnlos, für die
Vermarktung unbrauchbar. Aus anderen kann man eventuell erfolgreich
Produkte für den Konsum herstellen. Das kann ich nicht
beurteilen, ich bin kein Kaufmann. Für mich ist das auch
bedeutungslos, ich kritzele nur den vorhandenen Speicherplatz voll. Ich
tue nur, was ich nicht lassen kann, frage nicht nach Sinn und
Zweck, verbeuge mich nicht vor dem Tyrannen der modernen Welt, dem
Profit. Das bedeutet aber nicht, dass ich die Annahme von Geld
verweigere.
Wer denkt mein Werk erfolgreich verkaufen zu können, darf mir
gern ein Angebot machen.
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