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Was ist ein Labyrinth?
Die Antwort scheint einfach. Sie ist es auch, doch der Missbrauch dieses Wortes zwingt mich dazu ein paar Zeilen der Klärung des Begriffs Labyrinth zu widmen. Das Wort wird erstmals in der griechischen Sage benutzt. Obwohl die Geschichte von Theseus und dem Minotaurus wahrscheinlich politische Propaganda gegen das Reich der Minoer ist, bezeichnet das Wort "labyrinthos" eindeutig eine Anlage, in der man sich verirren kann. Was spätere Kulturen dann daraus machten hat oft nichts mehr mit diesem Ursprung zu tun. Besonders die Christen haben heilige Orte und mystische Begriffe erobert, Worte und Symbole gestohlen und mit anderem Inhalt versehen. Das Mosaik in Chartres ist im ursprünglichen Sinn kein Labyrinth. Es ist eine in sich verdrehte, verbogene Spirale ohne Verzweigungen und kein Labyrinth. In einem Labyrinth muss man sich verlaufen können. Man kann über diese Interpretation streiten, es ist meine. Meine Ablehnung der christlichen und überhaupt aller religiösen Machtpolitik spielt bei meinen Überlegungen sicher eine Rolle.
Trotzdem ist der Ursprung des Labyrinthes eindeutig in der griechischen Sagenwelt zu finden.
 

Schon als Kind konstruierte ich Labyrinthe, damals noch einfache, rechtwinklige Rätsel auf kariertem Papier. Es war eine Methode langweilige Regentage oder Stubenarreste mit Beschäftigung zu füllen.
Ein Vierteljahrhundert verging, bis ich mich wieder mit diesem Thema beschäftigte. Erst war es nur eine Idee für eine Installation auf der documenta zehn, eine Darstellung des Internets als Labyrinth der Informationen.
Dann fiel mir ein Zirkel in die Finger und ich begann damit zu spielen. In den folgenden Jahren entwickelte ich dann diese Kunst bis zu den heute digital gemalten Labyrinthen. Es gibt kein Programm für die Konstruktion. Die Labyrinthe entstehen alle in Handarbeit in Gimp. Meine besondere Herausforderung ist die Idee Mauern nicht irgendwo enden zu lassen. Im Prinzip das Haus des Nikolaus in gross. Trotzdem brauche ich keine Formeln und Berechnungen, ich benutze Meditation. Das ist auch der eigentliche Sinn geworden, Labyrinthe zu konstruieren reinigt meinen Geist, entkrampft mein Gehirn und löst mich von selbsterdachten Problemen.
Vielleicht hilft die Betrachtung der fertigen Mandalas und Labyrinthe auch dir dabei die schweren Gedanken ein paar Momente lang abzulegen, frei und glücklich zu sein.
Ichein Kartenausschnittein LabyrinthCover: Lieder aus Mittelerdeeine Chimaere